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Fulda in den Jahren 800 bis 1000


802 - 817 Abt Ratgar
809 Erzbischof Richulf von Mainz weiht die Kirche auf dem Bischofsberg (heute: Frauenberg).
817 Der Nachfolger Karl des Großen, Ludwig der Fromme, setzt auf Beschwerden der Fuldaer Mönche hin Ratgar ab. Er wird verbannt, aber darf später auf den Frauenberg zurückkehren.
818 - 822 Abt Eigil - Er war ein Verwandter des hl. Sturmius und schrieb dessen Lebensbeschreibung.
01.November 819 Erzbischof Haistulf von Mainz weiht die fertiggestellte Klosterkirche. Die Ratgar-Basilika ist die größte Kirche nördlich der Alpen.
819 - 822 Die Michaelskirche auf dem Mönchsfriedhof wird als Nachbildung der Grabeskirche in Rom erbaut und am 15. Januar 822 durch Erzbischof Haistulf geweiht. Die bis heute erhaltene Krypta zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchenräumen Deutschlands.
5.Februar 834 An diesem Tag erhält das Eigenkloster Fulda auf Antrag von Abt Rabanus Maurus hin von Ludwig dem Deutschen, die Wahlfreiheit zugestanden. Von diesem Tag an kann der Fuldaer Konvent seinen Vorsteher unter sich aussuchen und wählen. Das erste mal geschieht dies mit der Wahl von Abt Hatto I.
822 - 842 Abt Rabanus Maurus - Er stammte vermutlich aus Mainz, war vorher Leiter der Klosterschule und gilt als der gelehrteste unter den Fuldaer Äbten ("Präceptor Germaniae" = Lehrer Deutschlands). Die Klosterbibliothek besitzt etwa 2000 Handschriften. Auch antike und deutsche Literatur wird in Fulda überliefert ("Germania" des Tacitus, Hildebrandslied). Die Zahl der Mönche steigt auf 603.
842 Rabanus Maurus tritt aus politischen Gründen ab. Fünf Jahre später wird er Erzbischof von Mainz. Am 4. Februar 856 stirbt er in Winkel im Rheingau.
842 - 852 Abt Hatto I. - Er war vorher Klosterpropst.
852 In einer vermutlich unechten, aber auf ein Güterverzeichnis des 9. Jahrhunderts zurückgehenden Stiftungsurkunde für karitative Zwecke der Klosterpforte erscheint der heutige Stadtteil Bronnzell. In der gleichen "Hatto-Urkunde" ist von der "villa fuldensis" (Dorf) die Rede. Es handelt sich dabei vermutlich um die nordwestlich entstandene Siedlung von Unfreien, die später nach einer dort befindlichen kleinen Burg zum Schutz des Weges von der Langebrücke "Hinterburg" oder "Altenburg" genannt wird. Auch südöstlich des Klosters entsteht an der hier durchziehenden Heer- und Handelsstraße von der unteren Maingegend durchs Kinzigtal nach Thüringen eine Handwerker- und Kaufmannssiedlung von Freien, der spätere Markt, bzw. die Stadt Fulda.
856 - 869 Abt Thioto - Er wird 869 von König Ludwig dem Deutschen abgesetzt und stirbt 871.
860 - 891 Abt Sigihart - Er war mindestens 15 mal beim Herrscher oder im Dienst des Reiches unterwegs. 3 mal erhielt das Kloster in dieser Zeit Königsbesuch. Trotzdem veranlaßte der König ihn zum Rücktritt.
891 - 915 Abt Huoggi - Er war vorher Klosterpropst.
897 König Arnulf von Kärnten weilt in Fulda und schenkt dem Kloster das Cadmug-Evangeliar des hl. Bonifatius.
912 König Konrad I. weilt in Fulda und verleiht dem Kloster ein Zentprivileg.
915 - 916 Abt Helmfried - Er vollendet die neue Klostermauer und läßt für die Klosterkirche ein wertvolles, mit Perlen und Edelsteinen besetztes Kreuz und 70 Leuchter herstellen.
917 - 923 Abt Haicho
910 Der letzte Karolinger und der erste Wahlkönig Konrad I. zu Weilburg stirbt und wird seinem Wunsch gemäß 919 in der Fuldaer Klosterkirche neben dem Kreuzaltar begraben.
923 - 927 Abt Hiltibert - Er wird 927 Erzbischof von Mainz.
927 - 956 Abt Hadamar - Mit ihm beginnt die überwiegend politische Tätigkeit der Äbte und der Niedergang des klösterlichen Lebens. In einer Stiftung des Abtes für die Kunst- und Handwerksschule des Klosters werden die heutigen Stadtteile Gläserzell, Sickels und Rode (Ober-, Mittel- und Niederrode?) erstmals erwähnt.
937 Große Teile des Klosters und der Basilika sind Opfer eines Feuers.
940 König Otto I. verleiht dem Kloster das Recht auf Zollstätten.
01. November 948 Die wiederaufgebaute Klosterkirche wird durch den päpstlichen Legaten Marinus in Gegenwart König Ottos I. geweiht.
956 - 968 Abt Hatto II. - Er wird 968 Erzbischof von Mainz.
962 Abt Hatto II. bereitet die Feierlichkeiten zur Kaiserkrönung Otto I. in Rom vor.
968 - 982 Abt Werinhar
968 Papst Johannes XIII. verleiht auf Bitten Kaiser Ottos d. Großen den Fuldaer Äbten den Primat vor allen Benediktineräbten Germaniens und Galliens. Der Papst nennt Fulda eine "specialis filia" der römischen Kirche. In dieser Zeit (972?) erhalten die Fuldaer Abte auch die Würde eines Erzkanzler der Kaiserin.
973 Die königliche Pfalz wird neu erbaut und in dieser Zeit entsteht die erste Marktkirche in Fulda.
982 Abt Werinhar stirbt im Gefolge Kaiser Otto II. in Lucca.
983 - 991 Abt Brantho I.
991 - 997 Abt Hatto III.
997 - 1011 Abt Erkanbald - Er wird 1011 Erzbischof von Mainz
31. Dezember 999 Papst Silvester II. bestimmte, daß die Abtsweihe der Fuldaer Äbte vom Papst vorgenommen werden müsse und die Äbte nur in Rom vor Gericht gebracht werden dürften. So erreichten die Fuldaer Äbte ein Höchstmaß an Selbstständigkeit.