Bis 1200

Fulda in den Jahren 1000 bis 1200


1011 – 1014 Abt Brantho II. – Er war vorher Klosterpropst.
1014 Abt Brantho II. verläßt mit einem Teil der Mönche wegen Widerstand gegen die Reform von Cluny das Kloster Fulda und geht nach Halberstadt, wo er 1023 Bischof wird.
1014 – 1018 Abt Poppo – Er ist gleichzeitig Abt von Lorsch und führt die cluniazensisch-lothringische Klostereform durch.
1018 – 1039 Abt Richard – Er bleibt gleichzeitig Abt von Amorbach und führt im Kloster Fulda die Reform weiter.
1019 Fulda erhält durch Kaiser Heinrich II. das Münz-, Markt-, und Zollrecht. Der Marktplatz liegt vor der Marktkirche Unterm HL. Kreuz. Die Marktsiedlung entwickelt sich südlich davon um Steinweg, Markt- und Mittelstraße.
1. Mai 1020 Papst Benedikt VIII. und Kaiser Heinrich II. besuchen gemeinsam das Kloster Fulda. Der Papstbesuch aber blieb ein einmaliges Ereignis. Erst in unserer Zeit (1980) kam wieder ein Papst zu Besuch nach Fulda.
1039 Abt Richard stirbt und wird in der Neuenberger Kirche beigesetzt. Es ist das einzige noch erhaltene Abtsgrab in Fulda.
1039 – 1043 Abt Sigiwart
1043 – 1047 Abt Rohing
1047 – 1058 Abt Egbert – Er war vorher Mönch in Hersfeld und seit 1046 Abt von Tegernsee.
1058 – 1060 Abt Sigefrid von Eppenstein – Er wird 1060 Erzbischof von Mainz.
1060 – 1075 Abt Widerad von Eppenstein
1063 Zwischen dem Abt von Fulda und dem Bischof Hezilo von Hildesheim entsteht auf dem Reichstag von Goslar ein blutiger Streit um den Platz neben dem Erzbischof von Mainz.
1075 – 1096 Abt Ruthard – Er war vorher Mönch in Hersfeld und übernimmt das Amt nur widerstrebend.
1092 Abt Ruthard erweitert die Michaelskirche von der Rundkirche zur Kreuzform. Sie wird 1092 von Bischof Volkmar von Minden geweiht.
1096 – 1109 Abt Godefrid – Er wird 1109 durch Kaiser Heinrich V. auf dem Fürstentag zu Frankfurt abgesetzt.
1103 Teile Fuldas und die alte Stadtpfarrkirche (Marktkirche) werden bei einem Brand ein Raub von Flammen. Die Marktkirche wird im romanischen Stil neu errichtet.
1109 – 1114 Abt Wolfhelm – Er erbaut die Alexanderkapelle in Fulda, die Burg Haselstein und zerstört die Milseburg.
1114 Fulda wird auf Münzen als „civitas fuldensis“ (Bürgerschaft, Stadt) bezeichnet. 1134 wird es „urbs“ (Stadt) genannt. Eine eigene Verleihung von Stadtrechten ist vermutlich nie erfolgt. Fulda ist eine gewachsene Stadt.
1114 – 1122 Abt Erlolf von Bergholz – Er war vorher Abt von Murbach/Elsaß.
1116 Fulda wird von Räubern überfallen.
1119 Der Abt erobert und befestigt die Burgen Haselstein und Milseburg.
1122 – 1127 Abt Udalbrich von Kemnaten – Er ist der erste deutsche Prälat, der entsprechend dem Wormser Konkordat von König Heinrich V. das Zepter und von Papst Kalixt II. bei der Abtsweihe Ring und Stab erhält.
1123 Auf Grund des Überfalls 1116 nahm der Kaiser das Kloster unter seinen persönlichen Schutz.
1127 – 1133 Abt Heinrich von Kemnaten – Er war vorher Stiftsdekan. Er geht gegen das Raubgesindel vor. Er stirbt 1133 auf dem Zug zur Kaiserkrönung König Lothars von Supplinburg nach Rom.
1133 – 1134 Abt Bertho I. von Schlitz – Er stirbt 1134 vermutlich an Gift, das ihm unzufriedene Ministerialen beigebracht hatten.
1134 – 1140 Abt Konrad I. – Er war vorher Stiftspropst. Er stirbt 1140 und wird auf dem Petersberg begraben.
1139 Auf dem 2. Laterankonzil wird der erste Fuldaer Abt Sturmius durch Papst Innozenz II. heiliggesprochen.
1140 – 1148 Abt Aleholf – Er wird 1147 wegen seiner Reformbestrebungen von den Mönchen vertrieben und 1148 durch Papst Eugen III. abgesetzt.
1145 Eine Feuersbrunst wütet in Fulda. Es folgt eine Inflation und eine Hungersnot, auch kommt es wieder zu Raubüberfällen. Das Kloster ist geistlich und wirtschaftlich heruntergekommen.
1148 Rugger I. – Er ist mißgestaltet und unfähig, wird vom Papst nicht anerkannt und tritt im gleichen Jahr zurück.
1148 – 1149 Abt Heinrich II. von Bingarten – Er war vorher Abt von Hersfeld und behält diese Abtei bei. Auf Drängen des Mainzer Erzbischofs legt er die Fuldaer Abtswürde schon1149 wieder nieder.
1150 – 1165 Abt Marquard I. – Er war vorher Abt von Deggingen/Riesgau und gilt als der große Wirtschaftsreformer und verdienstvollste Abt des Klosters Fulda im Mittelalter. Erst mit ihm geht es auch mit der Stadt und dem Kloster wieder aufwärts. Er reformiert die Wirtschaft des Klosters, verbessert die Wasserversorgung und fügt den Raubrittern empfindliche Niederlagen zu. Um weiteren Überfällen vorzubeugen, läßt er die Stadt mit Mauern und Türmen befestigen.
1150 Um diese Zeit wird der heutige Stadtteil Kämmerzell in einer Schenkungsurkunde der Fuldaer Witwe Ebbeceiz an das Kloster Fulda erstmals erwähnt.
1157 In Fulda findet ein Reichstag mit Kaiser Friedrich I., Barbarossa statt. In seiner Gegenwart wird am Palmsonntag der Ostteil der Basilika geweiht, der 1120 beim. Einsturz des südlichen Turms beschädigt worden war.
1158 Abt Marquard gründet ein neues Hospital in der Hinterburg (Vitus-Hospital).
1165 Abt Gernot – Er war vorher Abt von Comburg a. d. Kocher und stirbt, bevor er die päpstliche Bestätigung erhält.
1165 – 1168 Abt Hermann I. – Er war vorher Abt von Hersfeld und wurde von Kaiser Friedrich Barbarossa eingesetzt.
1168 – 1176 Abt Burchard Graf von Nüring – Er war vorher Abt von Hersfeld und wurde von Kaiser Friedrich Barbarossa gegen den Willen der Mönche und ohne päpstliche Bestätigung eingesetzt.
1176 – 1177 Abt Rugger II. – Er war vorher Propst auf dem Frauenberg und vollendet das neue Hospital Marquards.
1177 – 1192 Abt Konrad I. – Er war vorher Propst in Solnhofen.
Pfingsten 1184 Zum Reichsfest zu Mainz führt der Fuldaer Abt mit 500 Reitern eine der größten Abteilungen aller Teilnehmer. Allerdings entbricht ein Streit des Abtes mit dem Erzbischof von Köln um den Platz zur Linken des Kaisers. Abt Konrad muß nachgeben und verliert das Privileg für immer.
1192 – 1216 Abt Heinrich III. von Cronberg – Er war vorher Propst auf dem Johannesberg.