Bis 1400

Fulda in den Jahren 1200 bis 1400


1216 Abt Hartmann I. – Er war vorher Propst auf dem Petersberg und stirbt kurz nach seiner Wahl.
1216 – 1221 Abt Kuno – Er war vorher Abt von Ellwangen und behält diese Abtei bei.
1220 Der Fuldaer Abt erhält mit den anderen Reichsäbten von König Friedrich II. die Landeshohheit und wird Reichsfürst.
1222 – 1249 Fürstabt Konrad III. von Malkos
1237 Barfüßer (Franziskaner) lassen sich in Fulda nieder, was 1245 auch von Papst Innozenz IV. bestätigt wird. Im gleichen Jahr entsteht wegen eines angeblichen Ritualmordes ein Aufstand gegen die Juden.
1242 – 1243 Zwischen Fulda und Würzburg wird ein Fehde ausgetragen um die Befestigung Hammelburgs und das strittige Dammersfeld.
1247 Der Fuldaer Fürstabt übergibt die Verwaltung der Abtei an den Mainzer Erzbischof Siegfried von Eppenstein. Beide sterben 1249.
1249 – 1261 Fürstabt Heinrich IV. von Erthal – Er war vorher Stiftsdekan. Er kämpft gegen das Raubrittertum und gegen den Klostervogt Bertho von Ziegenhain. Er erbaut oder erneuert die Burgen Bieberstein, Neuhof, Mackenzell und Stolzenberg sowie die Stadtbefestigungen von Brückenau, Hammelburg, Herbstein und Vacha. Von 1252 – 1260 verwaltet er auch die Abtei Hersfeld.
1259 Das Fuldaer Nebenkloster Hameln wird an Bischof Widukind von Minden verkauft.
1261 – 1271 Fürstabt Bertho II. von Leibolz – Er war vorher Propst auf dem Petersberg. Er geht energisch gegen das Raubrittertum vor.Dabei zerstört er 15 Burgen, darunter Blankenwald, Ebersburg, Eisenbach, Frankenstein, Niederschlitz, Boxberg bei Geisa und Oberkappel. Er befestigt Geisa, Lauterbach und Breitenbach bei Hersfeld.
1271 Der Fürstabt wird in der von ihm erbauten Jakobskapelle der alten Abtsburg während der hl. Messe durch eine Verschwörung der Raubritter ermordet.
1271 – 1274 Fürstabt Bertho III. von Mackenzell – Er war vorher Propst auf dem Johannesberg. Die Abtsmörder werden auf dem Kirchhaseler Wehrfriedhof gefangengenommen. Für den sonst schwachen und untätigen Fürstabt übernimmt von 1272 – 1274 der Mainzer Erzbischof die Verwaltung der Abtei.
1274 – 1286 Fürstabt Bertho IV. von Bienbach – Er war vorher Stiftsdekan. Er geht energisch gegen die Raubritter vor und zerstört die Burgen Burghaun, Mansbach, Mackenzell, Bimbach und Altenburg bei Alsfeld.
1282 Der Fürstabt zerstört zusammen mit dem Würzburger Bischof die Burg der Herren von Eberstein auf dem Tannenfels bei Hilders und erbaut eine neue Burg in Brand. Im gleichen Jahr überträgt König Rudolf von Habsburg die wirtschaftliche Verwaltung der Abtei dem Grafen Eberhard von Katzenellenbogen. Ihm folgen Berthold von Lißberg und Nikolaus von Scharfenstein.
1286 – 1288 Fürstabt Marquard II. von Bickenbach – Er war vorher Stiftsdekan. Am Tag nach seiner Abtsweihe fällt die Stiftskirche einem verheerenden Brand zum Opfer. Die Reliquien der hl. Bonifatius und hl. Sturmius werden gerettet. Der Fürstabt zerstört die Burg Steinau und erwirbt die Burgen Fischberg und Neidhartshausen. Er soll durch Gift gestorben sein.
1288 – 1313 Fürstabt Heinrich V. Graf von Weilnau – Seine tatkräftige, aber mehr politisch orientierte Regierungszeit bildet noch einen Höhepunkt der Fuldaer Klostergeschichte. Er ist Berater der Könige Rudolf von Habsburg, Adolf von Nassau, Albrecht I. von Österreich und Heinrich VII. von Luxemburg. Er erobert die Burgen Ebersberg, Ürzell, Poppenhausen und Geisa und wird in die Fehden mit den Herren von Buchenau und Riedesel sowie den Landgrafen von Hessen verwickelt.
1300 Um diese Zeit leben im Kloster Fulda noch 58 Mönche. Die Zünfte der Schumacher, Löher, Bäcker, Schneider, Lein- und Wollweber, Schmiede und Metzger werden genannt.
1293 Der Fuldaer Fürstabt beruft ein Generalkapitel aller Benediktineräbte Deutschlands nach Fulda ein.
1294 – 1313 Die neue Abtsburg zwischen Stiftsgebiet und Stadt wird an der Stelle des heutigen Stadtschlosses gebaut. Auch die Stiftskirche wird wieder aufgebaut.
1313 – 1315 Fürstabt Eberhard von Rotenstein – Er war vorher kaiserlicher Kaplan. Im Krieg Friedrichs des Schönen von Österreich gegen Ludwig von Bayern steht er auf seiten des letzeren.
1315 – 1351 Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg – Er war vorher Propst von Holzkirchen.
1326 Seine gestärkte Macht als Stadtherr nutzte Heinrich von Hohenberg dazu aus, die jährliche Steuer der Stadt für sieben Jahre von 100 auf 800 Pfund Heller zu erhöhen.
1330 Als er schon wieder die Steuern erhöhen will formiert sich in der Stadt der Widerstand.
1331 Weil der Abt einige reiche Bürger einkerkern ließ, und zur Freilassung eine Kaution von 9500 Pfund Heller forderte, erhoben sich die Bürger gegen die Stadtherrn. Sie verbündeten sich mit dem Grafen von Ziegenhain, stürmten die Abtsburg, das Kloster, den Frauenberg und den Petersberg. Über die Stadt wird die Reichsacht verhängt. Der Aufstand wird niedergeschlagen. Die Stadt Fulda erhält einen Rat und Bürgermeister unter Aufsicht eines fürstlichen Schultheißen. Aus dem Jahre 1331 stammt das älteste Stadtsiegel, ein segnender Abt.
1332 Es wird der erste Pfarrer von Kämmerzell genannt.
1348 Die erste Pestepedemie wütet in Fulda.
1349 Es kommt zu einer Judenverfolgung.
1350 Eine erneute Pestepedemie ist in Fulda.
1353 – 1372 Fürstabt Heinrich VII. von Kranlucken – Er war vorher Propst von Allendorf.
1360 Der Fürstabt erhält das Recht, seinem Heer das Reichsbanner (Reichspanier) vorantragen zu lassen.
1364 Es wütet wieder der Schwarze Tod in Fulda.
1372 – 1382 Fürstabt Konrad IV. Graf von Hanau – Er war vorher Propst von Holzkirchen.
1382 – 1395 Fürstabt Friedrich I. von Romrod – Er war vorher Propst von Blankenau.
1387 Ein neuer Fuldakanal wird gelegt und die von Kohlhaus zur Löherstraße verlegte Walkmühle an die Wollweberzunft gegeben.