Bis 800




Fulda in seiner Gründungszeit bis ins Jahr 800


Vorgeschichte zur Klostergründung 744 Sturmius, der Schüler Bonifatius, ist der eigentliche Gründer des Kloster Fuldas, wenngleich er nicht von sich aus handelte, sondern von Bonifatius geschickt worden war. Bonifatius beschrieb Sturmi den Platz, an dem er das Kloster gründen sollte, und schickte ihn auch ein zweites Mal los, nachdem Sturmi den Platz im ersten Anlauf nicht gefunden hatte.
12. März 744 An diesem Tage erreichte Sturmi zusammen mit sieben Gefährten den Platz und setzte den Anfang der Geschichte Fuldas. Auf den Resten eines früheren Hofes errichteten sie eine Kirche und Wohnräume. Dies ist also der Gründungstag Fuldas. Damit wird Sturmius auch erster Abt in Fulda.
744 – 779 Abt Sturmius – Er stammte vermutlich aus der Pfarrei Attenkirchen bei Freising
748 Erstmals wird die Fuldaer Klosterschule genannt.
751 Bonifatius weihte die erste Klosterkirche Fuldas ein. Im selben Jahr gelingt es Bonifatius, das Kloster von der bischöflichen Gerichtsbarkeit zu befreien und direkt dem Apostolischen Stuhl zu unterstellen (Exemtion).
5. Juni 754 Bonifatius wird auf einer Missionsreise bei Dokkum in Friesland von Räubern überfallen und ermordet. Er war mit 50 Gefährten unterwegs. Um sich zu schützen, hielt er sein Buch, den Ragyndrudis-Codex -übrigens keine Bibel-, vor sich. Dieses durchstochene Buch ist heute noch in Fulda im Dommuseum zu begutachten.
kurz nach 754 Was zunächst ein schreckliches Ereignis war, prägte die Entwicklung des Klosters Fulda entscheidend. Nachdem nämlich der Leichnam des Bonifatius seinem Wunsch entsprechend wenige Wochen später beigesetzt war, setzte eine schier unabsehbare Zahl von Schenkungen an das Kloster ein. Fulda erhielt dadurch im Lauf der Zeit Besitz von Friesland bis nach Oberitalien und wurde zu einem der reichsten Klöster in Deutschland.
774 Das Kloster Fulda wird durch Karl den Großen unmittelbar dem König unterstellt (Immunität, Reichskloster) und erhält das Recht auf freie Abtswahl.
775 Durch Graf Troand kommt das im Waldsassengau gegründete Kloster Holzkirchen bei Würzburg an Fulda (später Propstei).
777 Karl der Große schenkt dem Kloster Fulda das Krongut Hammelburg. Die zugehörige Schenkungsurkunde ist als älteste erhaltene Königsurkunde Deutschlands berühmt geworden.
778 Die Fuldaer Mönche fliehen mit den Gebeinen des hl. Bonifatius vor den Sachsen bis an die Sinn (Brückenau). Der heutige Stadtteil Bronnzell wird erstmals genannt als „Zelle, wo die Fliede in die Fulda mündet“.
17. Dezember 779 Sturmius, erster Abt von Fulda stirbt nach kurzer schwerer Erkrankung. Auch der Leibarzt Karl des Großen, den dieser geschickt hatte, konnte nicht mehr helfen. Abt Sturmi wird in der Klosterkirche begraben und als Heiliger verehrt.
779 – 802 Abt Baugulf
780 Das Kloster Fulda erhält von Karl dem Großen die Marken Rasdorf und Soisdorf.
781 Das Kloster Fulda erhält das Hünfeld.
781 / 782 Das Kloster Fulda zählt schon 364 Mönche und ist somit auch zahlenmäßig eines der größten Klöster.
782 Karl der Große weilt zum ersten Mal in Fulda. Auch fast alle späteren fränkischen und deutschen Könige bis zur Stauferzeit besuchen Fulda und halten hier Hof- und Fürstentage. Auf dem Gelände des heutigen Bonifatiusplatzes und des Stadtschlosses entsteht später neben der Burg des Klostervogtes eine königl. Pfalz. – Im gleichen Jahr stirbt am 28.9. die hl. Lioba, Äbtissin von Tauberbischofsheim, zu Schornsheim bei Mainz und wird in der Fuldaer Klosterkirche neben dem hl. Bonifatius begraben.
791 Unter dem Mönch und Baumeister Ratgar wird mit dem Bau einer größeren Klosterkirche begonnen (Ratgar-Basilika).
795 Der erste weltliche Klostervogt Theoleih wird als „advocatus S. Bonifatii“ erwähnt, der wohl auch den um das Kloster entstandenen Siedlungen vorstand.